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Sergei Aschwanden, Judoka
Konkret: Sieger suchen Lösungen, Verlierer Entschuldigungen
Leo Held, Judoka begeisterte mit seinem Referat die NWSV Jungschwinger


Thomas Notter, NWSV TL Jungschwingen organisierte am Freitag den 23. März 2012 den Judoka, der als Trainer Sergei Aschwanden an den Olympischen Sommerspielen in Peking 2008 zu Bronze brachte. Der gebürtige Deutsche Leo wurde 2008 als Trainer des Jahres gewählt, er lebt seit 12 Jahren in der Schweiz ist verheiratet mit einer Schweizerin, wurde vor kurzem Vater und es gefällt ihm sehr in seiner Wahlheimat.
Im Hotel Storchen in Schönenwerd trafen Jungschwinger der Kantone AG und SO ein um die Worte Leos zu erlauschen, auch interessierte Mütter und Väter sowie Trainer und Aktivschwinger fanden sich ein und machten sich Notizen.
Leo wusste mit seiner Art zu begeistern. Er stellte Gemeinsamkeiten von Judo und Schwingen fest und erklärte mit den Hilfsmitteln, wie er und Sergei zum grossen Erfolg kamen.
Innert Kürze kann ein Kampf verloren sein, unaufmerksam und fertig. Das Mentale ist sehr wichtig.
Er ist mit Sergei den Weg der Aufgabenorientierung gegangen nicht der der reinen Erfolgs-orientierung. Sie haben Beziehungsarbeit geleistet, Vertrauen-Liebe-Freundschaft, dies über Jahre hinaus.
Interessante Gedanken und Sprüche von Leo:
Wenn 2 Samurai miteinander kämpfen, verliert einer, stirbt einer. Die Bereitschaft zu sterben macht sie locker, dies im übertragenen Sinn, sie haben weniger Druck, sind bereit einiges im Kauf zu nehmen, zu verlieren aber auch zu gewinnnen.
Es gibt keinen Magic-Way. Training, Training.
Der längste Weg beginnt mit einem kleinen Schritt.
Einstellung im Training: Probiert immer alles zu geben, 99% sind 100% zu wenig.
90% ist Psyche, der Rest findet im Kopf statt. Bester Einsatz von Geist und Körper.
Den Schweizer Perfektionismus ablegen, Mut haben Fehler zu machen.
Selbstgespräche, Visualiseren, Atemtechnik. Als wichtige Elemente einbauen.
Idealen Leistungszustand finden. Jeder persönlich.
Ich kann es schaffen, wenn ich mich jetzt anstrenge.
Realistische Einschätzungen vom Athleten und vom Trainer.
Aufgaben stellen, Belastungen geben, offen und ehrlich.
Wichtige Erholungsfaktoren einplanen: Essen, Trinken, Schlaf.
Ich kann keinen Vorsprung verwalten, nur ausbauen.
Die Dummen lernen von den eigenen Fehlern, die Klugen lernen auch von den Fehlern der andern.
Dorthin gehen wo die Stärksten sind.
Wer aufgehört hat besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.
Gegen die Russen kämpften wir japanisch, bewegt. Gegen die Japaner kämpften wir russisch, statisch und hatten unsere Erfolge.
Lieber hässlich gewinnen als schön verlieren.
Kartei-Karten der Gegner anlegen: Foto, Grösse, Gewicht Angaben wie er gewinnt. Griffe, Schwünge. Angriff, Verteidigung. Ganz wichtig: Befehle wie ich ihn gewinnen kann. Lösungen, eigene Griffe, Schwünge. Die Lösungen kann ich mir verinnerlichen, mehrmals lesen.
Bei einer Videoanalyse: die eigenen gewonnenen Kämpfe auswerten, warum habe ich gewonnen. Gelinggründe suchen, die sind positiv, sonst befasst man sich mit dem Negativen und wird negativ geladen.
Raus aus der Komfortzone: Im Training muss hart gearbeitet werden. Die Fische im warmen Aquarium bekommen zu Fressen, das Wasser wird regelmässig gesäubert, die Temperatur ist konstant, man fühlt sich wohl. Im Becken mit dem Hai zu schwimmen fordert dich heraus, fördert dich.
Ritualisierender Aktionsplan erstellen, die wichtigsten Punkte vor dem Wettkampf festlegen, im Kopf die Wege bahnen, speichern.
Nach dem Training, Wettkampf eine positive Nachbereitung einplanen um die so wichtige Abspeicherung zu machen.
Bez. Medien: Ist über eine Sache Gras gewachsen, kommt irgendein Kamel, der es wegfrisst.
Sich nicht von den Medien und deren Fragen, unter Druck setzen lassen. Nicht auf den negativen Punkten bleiben sondern nur positiv an der Zielerreichung schaffen.
Für langfristige Ziele auf kurzfristige Ziele verzichten.
Leos Trainerlaufbahn hat sich verändert, vom Sager zum Frager. Will heissen als Coach macht er jetzt mehr Dialog mit dem Athleten, er fragt nach den Grenzen, Spüren des Sportlers und setzt dann die Ziele höher um das Training zu erhöhen. Früher war es ein einseitiger Dialog, Trainer befiehlt, Sportler macht.
Im Anschluss beantwortete Leo noch die Fragen aus der Runde.
Es war ein ganz toller Abend, besten Dank für die Organisation.
Anwesend war auch der Fachleiter Schwingen/Nationalturnen Werner Christen, Stans im Hinblick dass die Synergien besser genutzt werden sollen, seit dem 01.01.2012 ist die neue Sportartengruppe Kampfsportarten im BASPO am Laufen. Sie beinhaltet Ringen, Judo/Ju-Jitsu, Karate, Fechten und Schwingen, Nationalturnen.

Werner Christen Fachleiter der Referant Leo Held Thomas Notter TL Jungschwingen NWSV
Wir dürfen uns also auf weitere interessante Referate und auf eine erspriessliche Zusammenarbeit freuen, von Einander lernen und weiter kommen.
Homepage von Sergei Aschwanden: www.sergei.ch/de/press
Homepage von Leo Held: www.leo-held.ch
Berichterstatter: Raymond Stalder J&S Coach und Ausbildungsverantwortlicher NWSV |